Manche Riffs betören dich mit einem raffinierten Akkord; My Sharona packt dich einfach am Brustbein und schüttelt. The Knack haben es 1979 geschrieben, und fast fünfzig Jahre später überfällt es dich immer noch im Supermarkt, im Kinotrailer und offenbar auf deiner eigenen Gitarre.
Das ist Riff #11: ein Durchspielen dieses knackigen, tanzbaren Hauptriffs — einer der straffsten und rhythmisch sturköpfigsten Hooks im ganzen Power-Pop. PDF und Guitar Pro gibt's unten, falls du den exakten Fingersatz willst statt meines vagen Herumfuchtelns.
Wie das My-Sharona-Riff wirklich funktioniert
Der Trick, den dir keiner verrät: Die Töne sind der einfache Teil. Das ganze Riff sitzt im Grunde auf einer einzigen tiefen Powerchord-Form — und trotzdem kannst du dabei unmöglich still sitzen. Die Magie ist der Rhythmus: eine synkopierte Stop-and-Go-Figur, bei der die Pausen tragend sind. Die Hälfte von „My Sharona" ist Stille, und genau diese Stille lässt die Töne zuschlagen.
Behandle deine Anschlagshand also wie einen Schlagzeuger. Palm-mute jeden Schlag, damit er kurz und perkussiv klingt, und dämpfe die Saite in den Lücken komplett ab — kein Nachklingen, kein Matsch. Lass die Schlaghand durch die Pausen weiterlaufen (ein Geisterschlag über gedämpften Saiten), damit du immer wieder auf der Zählzeit landest, statt zu raten, wo sie ist. Kriegst du das hin, hast du ganz nebenbei die häufigsten Rhythmusfehler von Anfängern gelöst: Es geht nicht ums Mehr-Spielen, sondern ums rechtzeitige Aufhören.
Sobald der Groove sitzt, verstehst du, warum Bassisten beim Soundcheck nichts anderes mehr spielen wollen. Wer die Guitar-Pro-Datei, die Zeitlupen-Version und meinen fortlaufenden Feldzug will, die Nachbarn im strikten Tempo zu nerven, findet alles auf Patreon.