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Whole Lotta Love: Das Riff, das deine Boxen eintritt, ob du willst oder nicht

Eine dröhnende offene E-Saite, eine Handvoll Pentatonik und der unverkennbarste Hook von 1969.

Manche Riffs klopfen höflich an und wischen sich die Füße ab. Dieses hier tritt die Tür aus den Angeln, stolziert in dein Wohnzimmer und legt die Stiefel auf den Couchtisch. Led Zeppelins Whole Lotta Love macht genau das seit 1969 — und braucht dafür ungefähr vier Töne, was zutiefst unfair ist gegenüber jedem Song, der sich mehr Mühe gab.

In diesem 13-Sekunden-Clip spiele ich das legendäre Intro-Riff von Led Zeppelins Whole Lotta Love auf der Gitarre — keine Marshall-Wand, kein Theremin-Ausraster, kein Robert Plant, der von seiner „Back-Door“-Karriere jault, nur der nackte Hook, damit du ihn direkt in deine eigenen Hände übernehmen kannst.

Wie das Whole-Lotta-Love-Riff funktioniert

Das Ganze steht in E und stützt sich voll auf die E-Moll-Pentatonik. Der geniale Kniff ist der Bordunton: Deine offene tiefe E-Saite klingt durch wie ein sturer Dudelsack, während ein paar gegriffene Töne drumherum stolzieren. Genau diese ständig klingende Leersaite ist der Grund, warum das Riff riesig klingt, obwohl deine Greifhand fast nichts tut — im Grunde ein Riff mit offener Bordunsaite in Lederjacke, das auf der bluesigen kleinen Septime (dem tiefen D) sitzt, die ihm das fiese Grinsen gibt.

Konkreter Tipp: Dämpf diese offene E-Saite auf keinen Fall ab. Lass sie klingen, halte deinen Anschlag gleichmäßig und minimal hinter dem Beat, und häng den kleinen Slide ans Ende, damit die Phrase atmet statt zu marschieren. Erst den Groove treffen — auf Tempo kam es hier nie an; Jimmy Page hat aus fast nichts ein Monster gebaut, und die ganze Lässigkeit steckt allein im Timing.

Spiel es einmal, und garantiert materialisiert sich ein Nachbar, um dir mitzuteilen, das sei „ein bisschen laut“. Sag ihm, das sei Bildung. Das Guitar-Pro-File und die Originalvideos gibt's bei mir drüben auf Patreon.