Es gibt zwei Sorten von Gitarristen: die, die das Thunderstruck-Intro sauber spielen, und die, die es vor Publikum anfangen, nach vier Takten einen Krampf in der Größe Australiens entwickeln und ganz still weiterlächeln. Ich war schon stolz beides — manchmal am selben Abend.
Dieser kleine Clip ist Lick Nr. 8 aus der Serie: das legendäre AC/DC-Intro, fast komplett aus Hammer-ons und Pull-offs über einer klingenden Leersaite gebaut. Einunddreißig Sekunden, im Grunde eine Saite und genug Ausdauer in der Greifhand, dass dein Unterarm einen Beschwerdebrief aufsetzt.
Wie der Thunderstruck-Intro-Lick wirklich funktioniert
Die nerdige Wahrheit: Fast alles spielt sich auf der H-Saite ab, und die offene H-Saite ist das Geheimrezept. Du hämmerst auf gegriffene Töne und ziehst wieder ab, während die Leersaite dazwischen immer weiterklingt — deshalb klingt es wie ein Maschinengewehr aus Arpeggien, obwohl deine Anschlagshand kaum etwas tut. Darunter liegt im Grunde eine H-Dur-Tonleiter, die das Griffbrett hochklettert, aber dein Ohr hört einen Wasserfall, weil die Leersaite ständig dazwischenfunkt wie ein hyperaktives Metronom. Lust auf ein verwandtes Workout für dieselbe Hand? Probier den Vier-Finger-Legato-Lick oder die Leersaiten-Drone-Idee.
Die eine wirklich nützliche Erkenntnis: Das ist ein Ausdauerproblem, kein Geschwindigkeitsproblem. Halte die Greifhand locker, lass die Leersaite die rhythmische Schwerarbeit machen und übe in kurzen Schüben statt in einem einzigen Todesmarsch. Angus hat das Ding angeblich als Aufwärmübung erfunden — das Angus-igste, was ich je gehört habe.
Wenn du es draufhast, bist du für den Rest deines Lebens die unerträglichste Person auf jeder Session — gern geschehen. PDF, Guitar-Pro-Datei und meinen laufenden Unterarm-Reha-Fonds gibt's drüben auf Patreon.