Du kennst die Melodie. Du hast nie im Leben Tetris gespielt und kennst sie trotzdem. Seit ungefähr 1989 rotieren kleine bunte Klötze im Hinterkopf, und jetzt wollen sie auch noch auf dein Griffbrett. Widerstand zwecklos.
Dieser kleine Clip ist ein MelodyChords-Arrangement des Tetris-Themes — eigentlich heißt es Korobeiniki, eine russische Volksweise, hier Nikolay Nekrasov zugeschrieben — bei dem Melodie und Akkorde auf einer einzigen Gitarre zusammenwohnen. Keine Band, kein NES, kein selbstgefälliger Freund, der vier Reihen auf einmal wegräumt. Nur du, sechs Saiten und ein Gratis-Tab.
Wie dieses Tetris-MelodyChords-Arrangement funktioniert
Das Ganze lebt in A-Moll, und so herrlich dramatisch klingt es wegen des Dominantakkords. Korobeiniki pendelt ständig zwischen Am und einem E-Dur (mit einem stechenden G#) hin und her — diese erhöhte Septime ist pures harmonisches Moll, dasselbe Gewürz, das die halbe Welt von Folk bis Metal „episch“ klingen lässt. Dein Ohr liest den Leitton G# als Magneten, der nach A zurückzieht — genau deshalb will die Schleife nie aufhören.
Der praktische Kniff bei einer MelodyChords-Stimme ist Arbeitsteilung: Der Daumen übernimmt die Bass-Grundtöne (A, D, E), die Finger tragen die Melodie auf den hohen Saiten, und die inneren Akkordtöne füllen nur die Lücken dazwischen. Konkreter Tipp — lern zuerst die Melodie komplett allein, füg dann Basstöne nur auf den betonten Zählzeiten hinzu. Die Akkorde kommen ganz zum Schluss. Wer alles auf einmal greifen will, tetrist sich die Hand in eine Ecke, aus der sie sich nicht mehr rotieren lässt.
Schnapp dir den Tab, loop ihn viermal, und Glückwunsch: Du hast jetzt einen Party-Trick, der in unter einer Minute seinen Höhepunkt erreicht. Wer die Guitar-Pro-Datei und die Originalvideos will, findet sie auf meinem Patreon — Reihen-Bonus gibt's zwar keinen, aber fast.