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Sexten auf der Gitarre: Das warme, süße Intervall, das dich klingen lässt, als hätte Motown dich engagiert

Zwei Töne, eine übersprungene Saite, und plötzlich klingt deine Gitarre, als wäre sie im Gospelchor gewesen.

Alle wollen klingen wie Motown, Curtis Mayfield oder ein Country-Studiogitarrist, der pro Sekunde abrechnet — und das Geheimnis ist peinlich günstig: Es sind einfach zwei Töne mit einer höflich übersprungenen Saite dazwischen. Das ist eine Sexte, das wärmste, süßeste Intervall, das du spielen kannst, ohne dass dir jemand vorwirft, du würdest dich zu sehr anstrengen.

Dieser Clip ist Übung #5 aus meiner Voice-Leading-Reihe: Sexten als Melodie gespielt und durch den Quartenzirkel geschickt. Eine gezielte Studie, um Sextintervalle sauber über das ganze Griffbrett zu spielen und diesen offenen, honigsüßen Klang so lange in dein Ohr zu bohren, bis du ihn nicht mehr abschalten kannst. Wenn du noch unsicher bist, was ein Intervall überhaupt ist, fang dort an — und komm dann zurück, damit ich dir jedes andere Intervall vermiesen kann.

Wie das Spielen von Sexten auf der Gitarre wirklich funktioniert

Eine Sexte gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: die große Sexte (neun Halbtöne) und die kleine (acht). Auf der Gitarre spielst du sie fast immer als Doppelgriff auf einem Saitenpaar, das die Saite dazwischen überspringt — etwa die G- und die hohe E-Saite oder die D- und die H-Saite — deshalb klingen sie so offen und klar statt matschig. Und jetzt die nerdige Pointe: Eine Sexte ist einfach eine umgedrehte Terz. Dreh eine kleine Terz um, und du bekommst eine große Sexte; das ist das Komplementärintervall bei seiner leisen Zauberei, und genau deshalb wirken Sexten so konsonant und singbar.

Was diese Übung wirklich trainiert, ist nicht der Griff, sondern die Bewegung. Wenn du durch den Quartenzirkel wanderst, spring nicht — gleite. Halte beide Stimmen auf demselben Saitenpaar und greif immer den nächstgelegenen Ton, damit die Oberstimme und die Unterstimme jeweils den kleinstmöglichen Schritt machen. Das ist Voice Leading in einem Satz: Faulheit, aber elegant. Mach es langsam, schau, wie wenig deine Hand sich tatsächlich bewegt, und dein Ohr fängt an, die nächste Sexte vorherzusagen, bevor deine Finger dort ankommen.

Schnapp dir das PDF und die Guitar-Pro-Datei, zieh deinen glattesten imaginären Anzug an und lass zwei Töne klingen wie einen ganzen Bläsersatz. Wenn du das Tab, die Zeitlupen-Erklärung und jede andere Übung der Reihe willst, ohne dass ich dir ein schlechtes Gewissen mache, liegt alles auf meinem Patreon bereit.