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Der gleiche Ton auf verschiedenen Saiten: Ein herrlich nutzloser Lick, den ich trotzdem liebe

Ein Ton, mehrere Saiten und ein Klang, der leise schimmert.

Seien wir vor dem Start ehrlich: Dieser Lick ist nutzlos. Nicht "klingt-nur-nutzlos-weil-es-fortgeschrittener-Jazz-ist"-nutzlos — sondern wirklich, herrlich, wird-dein-Leben-nicht-verbessern-nutzlos. Und trotzdem sitze ich hier, habe ihn gefilmt, ein Tab dazu geschrieben und tippe jetzt darüber, als wäre es wichtig. So ist die Gitarre halt.

Die Idee ist erschütternd simpel: Nimm einen einzigen Ton und spiel ihn an mehreren Stellen auf dem Hals — gleicher Ton, andere Saiten. Eine kleine Studie in Griffbrett-Geografie, bei der du merkst, dass exakt derselbe Ton je nach Saite eine leicht andere Stimme hat.

Wie der Gleicher-Ton-andere-Saite-Trick funktioniert

Hier die Theorie, nach der niemand fragt, die aber alle brauchen: Ein Ton wie das eingestrichene E wohnt an unzähligen Stellen auf dem Griffbrett — leere hohe E-Saite, 5. Bund der H-Saite, 9. Bund der G-Saite und so weiter. Gleiche Frequenz, gleicher Notenname, aber die Klangfarbe ändert sich. Dickere Saiten, weiter oben gegriffen, klingen wärmer und runder; dünne Saiten leer gespielt klingen heller und gläserner. Wenn du diese "Unisoni" aneinanderreihst, schimmert ein einziger, unbeweglicher Ton und wechselt die Farbe, während er über den Hals hüpft.

Die konkrete Erkenntnis: Wenn ein Melodieton mal fad wirkt, ändere nicht den Ton — ändere die Saite. Denselben Ton ein paar Bünde höher auf einer dickeren Saite gespielt, macht aus einer dünnen, mickrigen Linie etwas Sahniges — und ganz nebenbei lernst du, wo jeder Ton wirklich liegt. Genau dieser Griffbrett-Bonus ist der eigentliche Grund, sich damit zu beschäftigen: Er festigt still die Noten auf dem Griffbrett, während du glaubst, du würdest nur herumalbern.

Also ja, er ist nutzlos — aber es ist die Art von nutzlos, die dich aus Versehen besser macht. Wenn du das Tab und die Guitar-Pro-Datei willst, um deinen eigenen Nachmittag genauso zu verschwenden wie ich meinen, findest du sie auf meinem Patreon.