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Der Pentatonik-Superimposition-Lick: Wie du dieselbe alte Box spielst und trotzdem klingst, als hättest du in Berklee studiert

Gleiche Box, brandneue Harmonie — der Pentatonik-Trick, der deine Finger klüger aussehen lässt, als sie sind.

Du kennst diese eine Pentatonik-Box, die du spielst, seit du vierzehn bist — die, nach der deine Finger im Blackout greifen, mit vorgehaltener Pistole, mitten im Hausbrand. Gute Nachricht: Du musst sie nie verlassen. Schlechte Nachricht: Ich bringe dich gleich dazu, über sie nachzudenken, und das ist für die meisten von uns der wirklich beängstigende Teil.

Das hier ist Lick #63, eine kurze Studie zur Pentatonik-Superimposition — dem herrlich nerdigen Trick, eine ganz normale Pentatonik-Form zu nehmen und sie ein paar Stufen vom Grundton weg zu pflanzen, sodass sie nicht mehr die langweiligen Akkordtöne buchstabiert, sondern die schicken. Dieselbe Fünf-Ton-Box, komplett andere Harmonie. Wenn du dich schon mit Pentatonik auf der Gitarre beschäftigt hast, ist das der Weg, sie über sich hinauswachsen zu lassen.

Wie Pentatonik-Superimposition wirklich funktioniert

Der ganze Trick besteht darin, zu entscheiden, wo du deine Pentatonik verwurzelst, statt sie einfach auf den Grundton des Akkords zu parken. Nimm ein Cmaj7. Spielst du eine schlichte C-Dur-Pentatonik, bekommst du Grundton, 2, 3, 5, 6 — nett, sicher, schon eine Milliarde Mal gehört. Baust du aber eine Moll-Pentatonik von der Terz aus — E-Moll-Pentatonik (E, G, A, H, D) — über dasselbe Cmaj7, landet jeder Ton als Farbe: 3, 5, 13, 7 und die 9. Du hast keine neue Tonleiter gelernt. Du hast eine Form, die du längst besitzt, auf die Terz geschoben — und plötzlich buchstabierst du das maj9/13, für das der Arrangeur Aufpreis verlangt hätte.

Die Erkenntnis ist denkbar einfach und endlos wiederverwendbar: Wähl einen Akkordton, der nicht der Grundton ist — die 3, die 5, die 9 — und leg deine vertraute Pentatonik von dort aus drüber. Über Dominantakkorden bringt dir diese verschobene Form 9er, 11er und 13er; schieb sie irgendwohin Schärferes und du flirtest mit dem Draußen-Spielen, ohne dass dein Gehör vom Griffbrett fällt. Es ist der schnellste Weg, nach Theorie zu klingen, von der du getrost weiter behaupten darfst, sie nicht zu kennen.

Also ja: Dieselbe Box, in der du dich seit zehn Jahren versteckst, kann nebenbei als Upper-Structure-Genie jobben, ganz ohne neue Griffe. Schnapp dir das PDF und die Guitar-Pro-Datei, probier es über ein paar Akkorde aus, und falls dich das davor bewahrt, je wieder eine Tonleiter zu üben, spendier mir einen Kaffee auf Patreon.