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Paint It Black auf der Gitarre: Das Wednesday-Riff, das böse klingt, aber heimlich anfängerfreundlich ist

Eine Gitarre, eine Drone-Saite und genug Düsternis, dass Wednesday Addams fast lächelt.

Netflix hat Wednesday Addams ein Cello in die Hand gedrückt, sie auf einem Dach Paint It Black herunterschrubben lassen und damit im Alleingang eine ganze Generation überzeugt, dass ein Rolling-Stones-Song von 1966 der Gipfel der Gothic-Kultur ist. Ich muss dir jetzt behutsam beibringen: Du brauchst weder ein Cello noch ein Dach noch eine komplett schwarze Garderobe — du brauchst sechs Saiten und einen leicht trübsinnigen Nachmittag.

Das hier ist ein kurzes, einfaches Solo-Gitarrenarrangement des Paint-It-Black-Riffs: Melodie oben, eine tiefe Leersaite E als Drone darunter, damit eine Gitarre den Job einer ganzen Band erledigt. Anfängerfreundlich, ab dem dritten Ton wiedererkennbar — und ja, deine Nachbarn werden denken, dass gleich etwas Unheilvolles passiert.

Wie das Paint-It-Black-Riff funktioniert

Das Ganze spielt sich in e-Moll ab, und das Geheimnis hinter diesem gruseligen, fast orientalischen Beigeschmack ist nicht die Melodie — es ist ein einziger Akkord. Sobald sich die Harmonie auf ein B7 stützt, das zurück nach e-Moll zieht, versteckt dieses B7 ein Dis, einen Leitton, der im schlichten e-Moll gar nichts zu suchen hat. Genau dieser eine erhöhte Ton ist der Fingerabdruck von Harmonisch Moll — und genau deshalb klingt das Riff bedrohlich statt nur traurig. Denselben Trick nutzt jeder Horrorfilm-Komponist; die Stones haben ihn halt mit einer Sitar gemacht.

Der praktische Kniff: Lass die tiefe Leersaite E durchklingen, während deine Greifhand die absteigende Melodie auf den höheren Saiten übernimmt. Eine Saite als Drone, eine Saite singt — und plötzlich klingt eine einzelne Gitarre nach Riff plus Basslinie. Genau derselbe Leersaiten-Drone-Trick, der so viele „Wie spielt der das alles gleichzeitig?"-Arrangements funktionieren lässt. Schnapp dir die Tabs und das Guitar-Pro-File, mach's langsam und lass die tiefe Saite die Schwerarbeit erledigen.

Spielst du es gut, hast du Wednesday-Niveau an Unheil; spielst du es schlecht, versteckt sich die Katze. So oder so — mehr solcher Arrangements (Guitar-Pro-Files inklusive) gibt es auf meinem Patreon.