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Paganini Caprice 24 auf der Gitarre: Wie ich dem Teufel seinen liebsten Violin-Lick klaue, Saite für Saite

43 Sekunden Violinlegende, ausgeliehen fürs Griffbrett.

Paganini soll seine Seele dem Teufel verkauft haben, um so spielen zu können — ein bisschen dramatisch, wenn du mich fragst; ich kenne Gitarristen, die ihre Seele schon für ein Stimmgerät hergeben würden, das die Stimmung hält. Wie auch immer: Seine Caprice Nr. 24 ist das Stück, das irgendwann jeder Shredder klauen will, und ich bin da wirklich keine Ausnahme.

Dieser Clip sind 43 Sekunden des Hauptthemas aus der Caprice 24, vom Violingriffbrett auf sechs Saiten in a-Moll verpflanzt. Ein kleiner Happen klassischer Virtuosität — und ja, es gibt ein Tab, damit du es auch klauen kannst.

Wie das Thema der Caprice 24 auf der Gitarre funktioniert

Das Ganze steht in a-Moll — genauer gesagt in a-harmonisch-Moll, denn Paganini zieht die Septime (gis) immer wieder hoch, damit der E7-Akkord dich zurück zum a-Moll-Grundton reißen kann. Dieser i–V-Sog mit dem erhöhten Leitton gibt dem Thema sein ruheloses, leicht teuflisches Funkeln. Wenn du einmal bemerkst, wie sich das gis nach a hinauflehnt, hörst du es nie wieder weg.

Der praktische Tipp: Kämpf nicht gegen die Sprünge. Die Melodie hüpft ständig zwischen den Lagen — ein Ton, dann dieselbe Idee eine Oktave weiter — was auf der Violine ein Handgelenks-Wisch ist und auf der Gitarre ein kleines Stück Oktavverschiebung. Leg die Form zuerst in eine Lage, bring das Am/E7-Gerüst sauber, und lass dann die Oktavsprünge obendrauf zu. Wer die ganze Theorie hinter der erhöhten Septime will: Meine Erklärung zur harmonischen Moll-Tonart übernimmt die Schwerarbeit.

Bringen mich 43 Sekunden Paganini in den Himmel? Eher nicht. Nerven sie meine Nachbarn in einer deutlich anspruchsvolleren Tonart als sonst? Auf jeden Fall. Tab und Guitar-Pro-Datei gibt's auf Patreon.