Es gibt zwei Sorten Gitarristen: die, die zugeben, dass sie einen Opeth-Song schon mal angehalten haben, um herauszufinden „Moment mal, was passiert hier gerade auf dem Griffbrett", und Lügner. „Master's Apprentices" von Deliverance ist Opeth in Reinform — in der einen Minute growlt Mikael Åkerfeldt wie ein verwunschener Hochofen, in der nächsten spielt er etwas so Schönes, dass man am liebsten eine Kerze anzünden und in seine Jeansjacke weinen möchte.
Dieser kleine Clip pickt sich ein schönes Riff aus dem Song heraus und serviert es dir auf dem Silbertablett — keine 10 Minuten Spielzeit, kein Death-Growl-Vorsingen nötig. Nur dreiundzwanzig Sekunden fetter Prog-Death-Metal in Standardstimmung, in den du deine Finger versenken kannst.
Wie dieses Opeth-Riff wirklich funktioniert
Der Zauber liegt hier nicht in halsbrecherischem Tempo — sondern in Gewicht. Opeth-Riffs atmen, also lebt der Groove komplett in deiner rechten Hand. Setze die Handkante genau dort auf, wo die Saiten auf die Bridge treffen, lass die tiefen Töne mit Palm Mutes knurren und nimm die Dämpfung für die Töne weg, die ausklingen sollen. Dieser Kontrast zwischen abgewürgt und offen ist der ganze Charakter des Riffs — machst du es falsch, wird es Matsch, machst du es richtig, klingt es wie eine Gewitterwolke mit Meinung.
Für die Anschlagshand sorgen aggressive Abschläge für den straffen, gleichmäßigen Attack, den Åkerfeldt so liebt, während die düstere Farbe daher kommt, dass man in einer Moll-Tonalität bleibt — wenn du wissen willst, warum es so gotisch und schwermütig klingt, ist das die Moll-Tonart bei der Arbeit. Praktischer Tipp: Setz zuerst die Palm-Mute-Position im halben Tempo sauber, dann kommt die „Schwere" von ganz allein. Kein zusätzliches Gain-Pedal nötig.
Wenn dein kleiner Finger anfängt, formell Beschwerde einzureichen, keine Sorge — das ist nur der übliche emotionale Wegzoll, den Prog Metal kassiert. PDF und Guitar-Pro-Datei gibt's auf meinem Patreon, wo die Noten immer perfekt gestimmt bleiben und dich niemand angrowlt.