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Oktaven auf der Gitarre: Der billigste Trick, damit ein einzelner Ton klingt wie eine ganze Wand

Ein Ton, zweimal gespielt — und plötzlich hat dein Riff ein Rückgrat.

Es gibt einen ganz speziellen Gitarristen-Schmerz: Du schreibst ein Riff, drehst die Verzerrung auf, und deine wunderschöne einstimmige Melodie verschwindet prompt in einer Wand aus Matsch wie ein Flüstern mitten auf einem Düsenjet-Kongress. Die Lösung ist älter als der Metal selbst und herrlich billig — du spielst denselben Ton einfach zweimal, eine Oktave auseinander, und plötzlich hat das Ganze ein Rückgrat.

Dieser 12-Sekunden-Clip ist Riff Nr. 66, eine Oktav-Idee direkt aus „Killing Spree" meiner Band Atomic Symphony. Er zeigt kompakt, wie Oktav-Shapes aus einer einsamen Melodie ein schweres, singendes Riff machen, das die hohe Verzerrung tatsächlich überlebt. Tab und Guitar-Pro-Datei inklusive, weil ich kein Unmensch bin.

So funktioniert dieses Oktav-Riff

Eine Oktave auf der Gitarre ist derselbe Ton zweimal gespielt, zwölf Bünde — oder einen Saitensprung — auseinander: Zeigefinger auf der tiefen Saite, Ring- oder kleiner Finger zwei Saiten höher und zwei Bünde weiter, und die Saite dazwischen mit der Unterseite des Zeigefingers gedämpft. Genau diese abgedämpfte Mittelsaite ist der ganze Trick. Du kannst über alle drei Saiten schrammeln, und trotzdem klingen nur die beiden „echten" Töne — fürs Ohr ergibt das eine einzige fette Melodie statt eines Akkords. Deshalb setzen sich Oktaven durch die Verzerrung durch, wo ein einzelner Ton einfach verschluckt wird. Wes Montgomery hat auf dieser Form eine ganze Jazzkarriere aufgebaut; der Metal hat sie nur in einen Mesa gestöpselt und den Gain aufs Mittagessen gedreht.

Der praktische Kniff: Wann immer eine einstimmige Linie unter viel Gain verschwindet, verdopple sie in Oktaven, bevor du am Amp herumschraubst. Die Melodie bleibt, das Gewicht kommt dazu, und deine dämpfende Hand macht klammheimlich die Schwerstarbeit — dieselbe Logik wie bei der Oktavverschiebung. Übe zuerst die Dämpfung, clean, damit du die tote Saite wirklich hörst, und leg erst dann Gain und Saitensprünge drauf, wenn der Griff sitzt.

Machst du es gut, klingst du wie eine Wand aus Sound; machst du es schlecht, klingst du, als wäre jemandem ein Werkzeugkasten die Treppe runtergefallen. Willst du die Tab und die Guitar-Pro-Datei, damit deins sauber in der Kategorie „Wand aus Sound" landet? Die gibt's auf meinem Patreon.