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Muses Psycho auf der Gitarre: Das schnaubende Fuzz-Riff, das im Grunde der Blues mit Sturmhaube ist

Eine tiefe Saite, eine Wand aus Fuzz und genug Palm Muting für eine Lärmbeschwerde.

Manche Riffs flüstern. Muses „Psycho" tritt die Tür ein, beschimpft dich als Weichei und befiehlt dir zwanzig Liegestütze. Es ist das Unsubtilste, was Matt Bellamy je aufgenommen hat — und das von einem Mann, der einmal eine Gitarre aus einem Touchscreen gebaut hat.

In diesem 54-Sekunden-Clip zerlege ich das Intro- und Verse-Riff von Psycho: den schnaubenden, palm-gemuteten Chug, der aus einem Drill-Sergeant-Sample einen Stadion-Mitgröl-Moment gemacht hat. Es sitzt tief, es sitzt dreckig — und deine rechte Hand macht gleich die ganze Schwerarbeit.

Wie das Psycho-Riff funktioniert

Nimm den Fuzz weg, und Psycho ist fast schon peinlich einfach: Es lebt in der E-Moll-Pentatonik (E–G–A–H–D), hängt sich an die leere tiefe E-Saite und schmuggelt das Bb rein — die verminderte Quinte, die berühmte „Blue Note" —, damit alles klingt, als wolle es Streit. Keine exotischen Akkorde. Die Bedrohung kommt komplett aus Rhythmus und Dreck.

Die eigentliche Arbeit steckt in der Anschlagshand. Leg die Handkante locker in der Nähe des Stegs auf die Saiten, und du bekommst diesen engen, abgewürgten Chug; hebst du sie einen Hauch für die Akzente, atmet das Riff plötzlich. Kriegst du das Palm Muting hin, erledigen sich die Pentatonik-Töne von selbst — derselbe Trick, den Bellamy überall in Plug In Baby wiederverwendet, nur mit mehr Verzerrung und weniger Gefühl.

Spielst du es zu brav, klingt es wie ein Rasenmäher im Leerlauf; spielst du es mit Überzeugung, glauben die Nachbarn, du seist einer Sekte beigetreten. Die Guitar-Pro-Datei und das verlangsamte Video gibt's auf meinem Patreon — Fuzz-Pedal bitte selbst mitbringen.