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Moll-7-Arpeggien, die nicht springen wollen: Voice Leading durch den ganzen Quartenzirkel

Vier Töne pro Akkord, so wenig bewegt wie irgend möglich, einmal rund um den Quartenzirkel.

Du kennst das Spiel: Man lernt ein Moll-7-Arpeggio-Griffbild und teleportiert es bei jedem Akkordwechsel auf einen neuen Grundton – Sprünge über das ganze Griffbrett wie ein Känguru auf Kaffee. Funktioniert. Klingt aber für immer nach Aufwärmübung.

Dieser 40-Sekunden-Clip ist Übung Nr. 8 aus meiner Reihe und macht das Gegenteil. Er schickt melodische Voice-Leading-Arpeggien über Moll-7-Akkorde durch den Quartenzirkel – Cm7 zu Fm7 zu B♭m7 und immer weiter – aber statt zu springen, halten sich die Töne quasi an den Händen. Dieselben vier Akkordtöne, jeweils den kürzesten Weg bewegt. Geschmeidiger als meine Versuche von Small Talk.

Wie Voice-Leading-Arpeggien über Moll 7 wirklich funktionieren

Ein Moll-7-Arpeggio besteht nur aus vier Tönen: Grundton, ♭3, 5 und ♭7. Der Trick sind nicht die Töne – sondern welche Oktave und welches Voicing du als Nächstes greifst. Gehst du eine Quarte höher (der Quartenzirkel), teilen sich beide Arpeggien Töne, und die abweichenden liegen meist einen Ganz- oder Halbton entfernt. Statt also wieder in eine neue Grundstellung zu springen, startest du das nächste Arpeggio auf dem nächstgelegenen Akkordton – knapp über oder unter dem letzten. Genau das ist Voice Leading: gemeinsame Töne halten, alles andere den kürzesten Weg bewegen.

Der nützliche Kern: Frag nach jedem Arpeggio nicht „Wo ist der Grundton?", sondern „Welcher Ton des nächsten Akkords ist am nächsten?". Mach das durch alle zwölf Tonarten, und deine Hand hört auf zu springen und fängt an zu gleiten. Nebeneffekt: Genau diese Fingersatz-Logik lässt Jazz-Linien verbunden klingen statt wie ein Buchstabier-Test.

Warnung: Wenn deine Arpeggien einmal so fließen, kannst du nie wieder überhören, wie holprig das Grundton-Springen klingt – sorry schon mal im Voraus. PDF und Guitar-Pro-Datei (inklusive Fingersätze) gibt's auf meinem Patreon.