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Muses Madness-Solo: Ein ganzer Automat voller klaubarer Licks

Der Beweis, dass vier Töne und ein fettes Bending hundert Töne und eine Panikattacke schlagen.

Muse verbringen gefühlt neunzig Prozent von „Madness“ damit, dich anzuwobbeln wie ein Dubstep-Track, der ins falsche Studio gestolpert ist — und dann spaziert Matt Bellamy mit einem echten, singenden Gitarrensolo herein, als wollte er dich daran erinnern, dass er noch eine Gitarre besitzt und sie nicht an einen Synthesizer verkauft hat. Ganz schön frech. Und eine echte Goldgrube.

Das hier ist Lick #36, und ich nehme das Madness-Solo Ton für Ton auseinander und zeige schamlos, welche Teile klauenswert sind. Spoiler: die meisten. Bellamy baut das Ganze aus einer Handvoll gut gewählter Töne und riesigen, heulenden Bendings — genau die Sorte Material, die du in dein eigenes Spiel kopieren kannst, ohne dass gleich jemand eine Klage einreicht.

Wie das Madness-Solo wirklich funktioniert

Die nerdige Wahrheit: Dieses Solo bewegt sich kaum. Bellamy pickt sich drei oder vier Zieltöne heraus, die schön über den Akkorden liegen, und verbindet sie mit breiten, langsamen Bendings und einem Vibrato, an das man eine Hängematte knoten könnte. Fast kein schnelles Anschlagen — die Dramatik entsteht dadurch, wann er jeden Ton setzt und wie lange er ihn hängen lässt, bevor er ihn wackeln lässt. Das nennt sich Phrasierung, und genau die überspringen Shredder, um sich dann zu wundern, warum niemand ihre Soli mitsummt. Der Praxis-Tipp: Such dir ein paar Akkordtöne als Landeplätze, nähere dich ihnen mit einem Bending von einem Halb- oder Ganzton darunter, und setz das Vibrato erst ans Ende der Phrase, wie einen Punkt. Plötzlich klingen deine fünf Pentatonik-Töne wie eine Entscheidung statt wie eine Tonleiter. Wenn du denselben Trick mit mehr Verzerrung und Attitüde willst: Das Hysteria-Solo ist Bellamy in wütend.

Wenn du erst mal einen Lick geklaut hast, ist der eigentliche Move, vom Dieb zum Fälscher zu werden — nichts anderes ist Lick-Erstellung: die Idee von jemandem nehmen, drei Töne ändern und sie deine nennen. Bellamy hat das vor dir bei hundert Bluesern gemacht; gib es einfach weiter.

Also ja, ich habe bei Muse geklaut, und ich würde es wieder tun — klau mit mir mit, und wenn dich diese Analysen vor dem nächsten ziellosen Pentatonik-Lauf bewahren, wirf deinem Gitarrenlehrer eine Münze zu, auf Patreon, wo die Guitar-Pro-Dateien und die kompletten Videos wohnen.