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Das Lonely-Day-Riff: System of a Down spielen, ohne die halbe Gitarre umzustimmen

Das Nu-Metal-Riff, das nach Herzschmerz klingt, sich aber wie Hausaufgaben anfühlt, die du sogar magst.

System of a Down hat genau einen Song geschrieben, in dem niemand über Pilze, Zigaretten oder die CIA schreit — und natürlich ist es genau der, den alle spielen wollen. „Lonely Day" sind drei Minuten wunderschöne Melancholie, was eine vornehme Umschreibung dafür ist, dass man sich fühlt wie in einem regennassen Schwarz-Weiß-Musikvideo von 2005. Und das Riff? Trügerisch einfach — Gitarrenlehrer-Code für „du spielst es eine Woche lang falsch und liebst dich danach plötzlich selbst".

Dieser kleine Clip zeigt das Haupt-Picking-Riff — das, was den Song eröffnet und den Refrain heimsucht. Der Haken: Daron Malakian hat es in Drop C# aufgenommen, also im Grunde Drop D nochmal einen halben Ton tiefer, sprich die Gitarre gestimmt auf die emotionale Schwerkraft der Lage. Ich war faul (lies: effizient) und habe alles in Standardstimmung gespielt. Gleiche Töne, gleiche Stimmung, null hektisches Wirbeldrehen, bevor dein Kumpel die Geduld verliert.

Wie das Lonely-Day-Riff wirklich funktioniert

Der Zauber ist hier vor allem harmonisch, nicht technisch. Das Riff lebt in a-Moll und stützt sich auf diese klassische Am → F → C → G-artige Bewegung, die traurig klingt, egal mit welchem Instrument du sie anstellst — falls dir unklar ist, warum diese Töne so wehtun, ist meine Erklärung zu der Moll-Tonart genau dein Kaninchenbau. Die eigentliche Lehrerin ist die Anschlagshand: Es ist ein gleichmäßiges Einzelton-Picking und kein großes Geschrammel, also bekommst du diesen zerbrechlichen, nackten Sound, bei dem sich kein Ton verstecken kann. Halte den Anschlag gleichmäßig, lass die Töne ineinander klingen und widerstehe der Versuchung, alles zu einem Palm-Mute-Gechugge zu dämpfen — dieses Riff will atmen.

Der eine wirklich nützliche Trick: Weil ich das Drop C# weggelassen habe und in Standardstimmung geblieben bin, wandern die Griffe das Griffbrett hinauf, statt sich auf eine schlaffe tiefe Saite zu verlassen. Das heißt, du kannst das Riff heute Abend lernen, ohne deine Intonation zu ermorden — und wenn du doch die Originaltonhöhe willst, setzt du einfach später alles einen halben Ton tiefer, die Fingersätze bleiben gleich. Standardstimmung ist kein Schummeln; es ist bloß die Weigerung, sich selbst zu bestrafen. (Klingen deine Leersaiten erst wie ein Tatort, fang bei wie man eine Gitarre stimmt an.)

Spiel es langsam genug, und aus „Lonely Day" wird kein einsamer, sondern ein ziemlich selbstzufriedener Tag. Willst du das Tab und die Guitar-Pro-Datei, um Gefühle in exakten Bundzahlen zu erleben? Die gibt's auf meinem Patreon.