Coldplay hat einen Song geschrieben, der so unerbittlich gute Laune verbreitet, dass er ein eigenes Puppen-Weltuntergangs-Musikvideo bekommt — und dann die Frechheit besessen, die Instrumentalversion „i" und die gute „ii" zu nennen. Also habe ich beschlossen, dass eine einzige Gitarre das Ganze tragen soll: Melodie, Akkorde und diese ganze Sonnenaufgang-in-Dur-Euphorie, komplett allein.
Das hier ist mein MelodyChords-Arrangement von „Life in Technicolor ii": eine Solo-Fingerstyle-Version, die Gesangsmelodie und Akkorde gleichzeitig spielt — der komplette Coldplay-Glow, ganz ohne Chris Martin, Klavier oder einen einzigen Luftballon.
Wie dieses MelodyChords-Arrangement funktioniert
Der Trick hinter jedem Chord-Melody-Arrangement ist peinlich schnell erklärt und zum Verzweifeln schwer umzusetzen: Die Melodie wohnt immer auf der höchsten Saite, die du gerade spielst, und alles darunter ist nur Harmonie, die die Tür aufhält. Bei „Life in Technicolor ii" heißt das: Die helle Gesangslinie bleibt deine Oberstimme, darunter schmiegst du die nächstgelegene Akkordform — und ganz wichtig: Leersaiten dürfen mitklingen, damit das Ganze schimmert wie das arpeggierte Original und nicht wie jemand, der wütend auf einer Tastatur tippt.
Konkreter Tipp: Bevor du auch nur einen Takt spielst, sing die Melodie und such dir diese Töne auf deinen beiden höchsten Saiten. Sitzt die Melodie erst mal da oben fest, ist das Harmonisieren darunter meistens nur noch Akkordformen greifen, die deinem Melodieton nicht ins Gehege kommen. Diese eine Angewohnheit — erst Melodie, dann Akkorde — macht aus jedem Song ein Solostück. Es ist derselbe Motor hinter jedem Fingerstyle-Cover von mir.
Ist Melodie und Akkorde gleichzeitig schwerer als einfach schrammeln? Ja. Wird dein Daumen offiziell Beschwerde einreichen? Auch ja. Das Tab und die Guitar-Pro-Datei gibt's auf meinem Patreon, und wenn dir dieser Dur-Masochismus gefällt, liegt mein Viva La Vida-Arrangement gleich nebenan.