Es gibt zwei Sorten Gitarristen: die, die das Intro von „Knights of Cydonia" hören und in aller Ruhe zur Gitarre greifen — und die, die sofort durchs Zimmer galoppieren, als steckten sie mitten in einem Spaghetti-Western-Duell. Ich gehöre stolz zur zweiten Sorte, und schuld daran ist einzig und allein Muse.
Das hier ist meine gut einminütige Gitarrenversion von Muses herrlich größenwahnsinnigster Stadion-Hymne — alles Galopp, Palm Mutes, Wüsten-Noir-Attitüde und diese unverkennbare Matt-Bellamy-Dramatik. Wenn du schon immer das Muse-Riff spielen wolltest, bei dem man sich fühlt wie auf der Flucht vor einer berittenen Verfolgerbande, ist das dein Clip.
Wie der Knights-of-Cydonia-Galopp wirklich funktioniert
Der Motor dieses Riffs ist der Galopp: ein Abwärts-Aufwärts-Abwärts-Schlagmuster, das drei Töne in jeden Schlag packt (eine Achtel plus zwei Sechzehntel) — genau derselbe rhythmische Trick, der die Metal-Schlachtrösser der 80er antreibt. Bellamy hält das Ganze mit sattem Palm Muting zusammen: Leg die Kante deiner Anschlagshand genau dort ab, wo die Saiten über den Steg laufen, damit jeder Ton als kurzes, perkussives „Tschugg" statt als klingender Ton herauskommt.
Harmonisch stützt es sich auf E phrygisch-dominant — den fünften Modus der harmonischen Moll-Tonart — und genau daher kommt dieser staubige, leicht spanische, gleich-zieht-jemand-die-Pistole-Sound. Konkreter Tipp: Zuerst das Palm Muting sauber sitzen lassen, dann den Galopp mit halbem Tempo spielen. Ist der Rhythmus gleichmäßig und sind die Mutes eng, spielen sich die Töne fast von selbst; hetzt du, klingt es wie ein Pferd, das über die eigenen Hufe stolpert.
Machst du es richtig, bist du der einsame Revolverheld in der Mittagshitze; machst du es falsch, bist du das Steppenläufer-Gestrüpp. Langsame Gitarren-Nerderei, Galopp-Riffs und komplette Tabs gibt's drüben auf meinem Patreon.