Es gibt genau zwei Sorten Gitarrenriffs: die, bei denen die Nachbarn die Polizei rufen, und die, bei denen sich die Nachbarn mit einer Limonade in die Sonne legen. Weezers „Island In The Sun" gehört ganz eindeutig zur zweiten Sorte — vier kleine Arpeggien, so entspannt, dass sie problemlos einen Job in einer Hängematte kriegen würden. Und trotzdem treibt dieser strandschläfrige Riff heimlich ein ziemlich cleveres Spielchen mit der Musiktheorie.
Dieser neun Sekunden kurze Clip ist das Intro zu „Island In The Sun", arrangiert für eine Gitarre: das saubere, gezupfte Riff, das den Song eröffnet, bevor Rivers auch nur ein einziges „hip hip" nuschelt. Tab und Guitar-Pro-Datei gibt's dazu, damit du nicht auf meine Finger schielen musst.
Wie das Intro-Riff von Island In The Sun funktioniert
Jetzt der Nerd-Teil, über den ich einfach nicht schweigen kann: Das ganze Intro läuft Em → Am → D → G, und jeder dieser Schritte ist eine reine Quarte. Von E nach A, von A nach D, von D nach G — du spazierst also buchstäblich durch den Quartenzirkel, ein fauler Akkord nach dem anderen. Genau deshalb klingt es so befriedigend und zwangsläufig: Dein Ohr liebt Bewegung in Quarten, und Weezer hat einfach den ganzen Flug über das Anschnallzeichen ausgelassen.
Statt zu schrummeln zupfst du die Akkorde als sanfte Arpeggien — zuerst ein tiefer Ton, dann die hohen Saiten schön ausklingen lassen. Der praktische Tipp: Halte jede Akkordform und lass die Töne ineinander überlappen, dämpfe sie nicht ab. Dieses Ineinanderverschwimmen macht 90 % des „sonnigen" Klangs aus. Sauber spielen, leise bleiben und die Leersaiten in Ruhe bräunen lassen.
Falls dir vier Quarten und ein Nickerchen für einen Nachmittag zu viel Aufregung sind, komm mit mir ins tiefe Wasser auf Patreon, wo die Guitar-Pro-Dateien direkt neben den Originalvideos sonnenbaden.