Irgendwo da draußen hat Joan Jett eine perfekte Drei-Akkord-Rockhymne geschrieben, und mein erster Impuls war, eine Wand aus Verzerrung darauf zu richten und zu schauen, was umkippt. Spoiler: alles hielt stand, denn ein gutes Riff bleibt ein gutes Riff — ob clean gespielt oder durch ein Pedalboard gejagt, das leicht nach Schmoren riecht.
Dieser einminütige Clip ist mein Metal-Cover von "I Love Rock 'n' Roll" — dieselben ikonischen E–A–B-Powerchords, die der halbe Planet sowieso schon auf der Luftgitarre spielt, nur ins Schwerere gedreht. Gleicher Swagger, mehr Gain und ungefähr so viele Akkorde, wie dir dein erster Gitarrenlehrer fürs Leben versprochen hat.
Wie das metalisierte Riff funktioniert
Der ganze Song lebt von drei Powerchords in E — E5, A5 und B5, das klassische I–IV–V. Was aus Rock Metal macht, sind nicht mehr Noten, sondern die rechte Hand: die Akkorde mit gnadenlosen Abschlägen reinprügeln und alles dazwischen mit engen Palm-Mutes abwürgen, damit aus den Pausen perkussive Chugs werden statt Stille. Dazu kommt dieser berühmte Fünf-Noten-Walkdown, der einfach die E-Moll-Pentatonik vom Grundton runtermarschiert — ein winziges Lick, das den ganzen Song trägt.
Konkreter Tipp: dieselben Akkorde spielen, aber den Handballen der Anschlagshand nahe am Steg auf die Saiten legen und nur die betonten Schläge klingen lassen. Genau dieser eine Palm-Mute-Handgriff ist der Unterschied zwischen "Lagerfeuer" und "Coverband mit zu vielen Pedalen".
Mit genug Gain schielt sogar "I Love Rock 'n' Roll" plötzlich nach einer Lederjacke zwei Nummern zu cool. Tab und Guitar-Pro-Datei gibt's auf meinem Patreon, falls du deine eigenen Nachbarn präzise nerven willst.