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Der Freestyler-Lick auf der Gitarre: „Rock the Microphone“, ganz ohne Plattenteller

Ein Dancefloor-Ohrwurm aus den späten 90ern, entführt und mit sechs Saiten versehen.

Irgendwann 1999 warf eine finnische Crew namens Bomfunk MC's einen Breakbeat-Track über ein Kind raus, das mit der Pause-Taste einer Fernbedienung die Zeit anhalten konnte — und eine ganze Generation kriegt seither den Hook nicht mehr auf Pause. Wer damals in der Nähe eines Radios, einer Schuldisco oder eines Nokia-Werbespots war, bei dem wohnt „Freestyler“ längst mietfrei im Schädel.

Also habe ich das Naheliegende getan und diesen Hook vom Sampler direkt aufs Griffbrett gezerrt. Keine Plattenteller, keine Fernbedienung, keine Zeitanhalte-Superkräfte — nur ein einstimmiger Gitarren-Lick, der den ganzen Ohrwurm in rund fünfzig Sekunden einfängt. Ein herrlich alberner Zuwachs für deine Lick-Sammlung.

Wie dieser Dance-Hook auf der Gitarre funktioniert

Der Zauber des Freestyler-Hooks liegt nicht in den Tönen — davon gibt es nur eine Handvoll, bequem in einer Moll-Färbung. Der Zauber liegt in der Synkopierung: Die Linie stützt sich voll auf die Offbeats und landet genau da, wo dein Fuß sie nicht erwartet. Genau deshalb klingt sie so tanzbar und so nervig hängengeblieben. Auf der Gitarre ist die Versuchung groß, den Rhythmus zu „reparieren“ und die Töne brav auf saubere Zählzeiten zu legen — und schon wird aus dem Club-Kracher ein Kinderlied.

Konkreter Tipp: Spiel das Ganze mit striktem Wechselschlag und Metronom, aber zähl die „Und“-Zählzeiten laut mit. Spür, wo die Akzente zwischen den Schlägen liegen, und lass diese Offbeats atmen. Sitzt der Rhythmus, spielen sich die Tonhöhen fast von allein; ignorierst du ihn, klingen selbst die richtigen Töne falsch. Derselbe Trick treibt jede Menge 90er-Dance-Nummern auf der Gitarre an.

Ist es ein leicht lächerlicher Einsatz meines Musiktheorie-Abschlusses, einen Bomfunk-MC's-Sample auf die Gitarre zu holen? Absolut. Mache ich es trotzdem jede Woche wieder? Ebenfalls absolut — und den Tab, das Guitar-Pro-File und das Slow-Motion-Video gibt es auf meinem Patreon.