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Sacrificed Sons auf der Gitarre: Das Dream-Theater-Riff, bei dem dein Fuß höflich das Zählen aufgibt

Ein Prog-Riff, ein verwirrter Fuß und eine Taktart, die sich weigert, sich vorzustellen.

Es gibt zwei Sorten von Dream-Theater-Fans: die, die die Odd-Meter-Stellen zählen können, und die Lügner. Ich war jahrelang in der zweiten Gruppe und habe zu „Sacrificed Sons“ genickt, als hätte ich auch nur die leiseste Ahnung, wo sich die Eins versteckt. Kleiner Spoiler: Sie war längst ausgezogen und hatte keine Nachsendeadresse hinterlassen.

Dieser kleine Clip ist also ich, wie ich mich an das Odd-Meter-Riff aus „Sacrificed Sons“ (von Octavarium, das mit dem 11. September) auf der Gitarre versuche — 25 Sekunden Prog Metal, die nach einem Mathe-Studium klingen, aber eigentlich nur wollen, dass du aufhörst, das Falsche zu zählen. Tab und Guitar Pro gibt's gratis dazu, denn das laut auszuzählen ist ein Job für zwei — und ich bin die zweite Person.

Wie man dieses Odd-Meter-Riff wirklich zählt

Der Trick bei einer ungeraden Taktart ist: Du zählst nicht den ganzen Takt — du zählst die kleinen Gruppen darin. Statt verzweifelt „1-2-3-4-5-6-7“ hinterherzujagen und irgendwo bei der Sechs deine Seele zu verlieren, zerlegst du den Takt in verdauliche Häppchen wie 3+3+2 oder 2+2+3 und zählst jede winzige Gruppe für sich. Dein Fuß tippt die Gruppen, nicht jeden einzelnen Schlag. Plötzlich wird aus dem Riff, das sich wie eine ausser Kontrolle geratene Treppe anfühlte, ein kleines, wiederkehrendes Muster, in das du dich einklinken kannst. Wer verstehen will, warum diese Takte so glitschig sind, dem passt mein Taktart-Erklärstück perfekt dazu, und wenn dir der Puls trotzdem komplett abhandenkommt, ist diese „Wo ist die Eins“-Übung die Physiotherapie-Variante.

Konkreter Tipp: Bevor du auch nur einen Ton spielst, tippe und sprich die Gruppierungen laut, bis sie langweilig werden. Langweilig heisst sitzt. Erst dann kommt die Gitarre dazu — die Greifhand kann nur so selbstsicher sein wie das Zählen darunter. Lad dir den Tab und die Guitar-Pro-Datei runter und lass den Klick mit dir zählen, bis es sich nicht mehr wie Hexerei anfühlt.

Und falls du es beim ersten Versuch triffst: bitte erzähl's mir nicht — ich erhole mich emotional immer noch von dem Tag, an dem mir aufging, dass mein Fuss die ganze Zeit in einer völlig anderen Band mitgetippt hatte. Du willst die Guitar-Pro-Dateien, die Zeitlupen-Versionen und gelegentlich eine existenzielle Riff-Krise? Über deine Unterstützung auf Patreon würde ich mich riesig freuen.