Die meisten von uns lernen Dominant7-Arpeggien als vier getrennte Box-Formen und spielen sie dann wie koffeinierte Frösche: Bei jedem Akkordwechsel wird quer übers Griffbrett gesprungen und gehofft, dass niemand die Landung bemerkt. Es geht auch ruhiger, und dabei bewegt sich deine Hand kaum.
Das ist Übung #9 aus meiner Technik-Reihe: 41 Sekunden melodisches Voice Leading mit Dominant7-Arpeggien, die durch den Quartenzirkel wandern und bei denen jeder neue Akkord aus den Tönen gebaut wird, die gerade am nächsten liegen.
Wie Voice Leading mit Dominant7-Arpeggien funktioniert
Ein Dominant7-Arpeggio besteht aus nur vier Tönen: Grundton, große Terz, reine Quinte und kleine Septime (1–3–5–b7). Der Zauber des Quartenzirkels: Benachbarte Dom7-Akkorde teilen sich Leittöne. Die b7 des einen rutscht einen Halbton nach unten und wird zur Terz des nächsten, die Terz steigt einen Halbton zum nächsten Grundton. Statt jedes Mal auf eine frische Form zu resetten, lässt du das Arpeggio also zum nächstgelegenen Akkordton fließen und bleibst in einem kleinen Bereich des Griffbretts. Das ist Voice Leading in Kurzform – dieselbe Logik steckt auch hinter einer ii–V–I.
Der konkrete Tipp: Nimm ein Dom7-Arpeggio und bewege dich zum nächstliegenden Ton des nächsten Dom7 eine Quarte höher. Übe langsam, achte darauf, wie wenig deine Hand reist, und plötzlich klingen deine Arpeggien melodisch statt wie getarnte Tonleiterübungen.
Mach das oft genug, und deine Greifhand wird so faul, dass sie Frührente beantragt – lohnt sich trotzdem. Die komplette Lektion, PDF und Guitar-Pro-Datei gibt es auf meinem Patreon.