Video

Ich habe David Guettas „Dangerous" in eine dunkle Gasse gezerrt und ihm das Djenten beigebracht

Was passiert, wenn eine Club-Hymne auf eine Achtsaitige und einen sehr strengen Handballen trifft.

David Guettas „Dangerous" ist ein glänzender, radiopolierter EDM-Hit, gebaut dafür, dass Leute in weissen Sneakers um 2 Uhr nachts ihr Glas heben. Also habe ich natürlich eine Gitarre so tief gestimmt, bis sich die Saiten entschuldigt haben, sie ins Nichts gemutet und das Ganze djenten lassen, als hätte Meshuggah gerade eine Spotify-Empfehlung bekommen.

Dieser Clip ist ein gut einminütiges Djent-Metal-Cover von „Dangerous" — derselbe wiedererkennbare Hook, nur wohnt er jetzt in einer tief gestimmten, palm-gemuteten, rhythmisch feindseligen Gegend. Falls du nach einem „Dangerous David Guetta Gitarre"-Tab gesucht und akustisches Geschrammel erwartet hast: Tut mir sehr leid — und gern geschehen.

Wie man aus einem EDM-Hook echtes Djent macht

Der Trick ist nicht bloss, das Gain aufzureissen und böse zu gucken. Djent lebt von drei Dingen: einer tiefen Stimmung (denk an 7- oder 8-Saiter oder eine Bariton-Gitarre im Keller), einem messerscharfen Palm Mute, der jedem Ton diesen perkussiven „djj"-Klick nahe der Bridge gibt, und — der eigentlichen Magie — der rhythmischen Verschiebung. Du nimmst die Melodie von „Dangerous", behältst die Töne und schiebst die Akzente von der Zählzeit weg, sodass das Riff gegen den Puls kämpft. Darunter liegt immer noch ein schlichter 4/4-Takt, und genau deshalb fühlt es sich so orientierungslos an: Dein Fuss schwört, er sei verloren, dabei hat sich der Takt gar nicht bewegt. Falls du dich je gefragt hast, wo die Eins eigentlich steckt, ist genau diese Verschiebung schuld.

Der nützliche Merksatz für deine eigenen Cover: Nimm irgendeinen Pop-Hook, behalte exakt die Töne und gruppiere den Rhythmus neu in Zellen wie 3-3-2 über einem stetigen Viertel-Puls. Die Melodie bleibt erkennbar, während der Groove bedrohlich wird — keine neuen Töne nötig, nur verschobene. Das ist derselbe Kniff, auf dem Meshuggah eine Karriere gebaut hat, und er funktioniert bei einem Hip-Hop-Hook genauso wie bei einem Guetta-Drop.

Ob David Guetta das so gemeint hat? Absolut nicht. Hat sein Song das Herunterstimmen bis zum Marianengraben und die Wand aus Verzerrung überlebt? Gerade so — und er ist stärker daraus hervorgegangen. Wenn du die Guitar-Pro-Datei und das Tab willst, um das deinen eigenen Nachbarn anzutun, findest du beides auf meinem Patreon.