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Blurs Song 2 auf der Gitarre: Zwei Powerchords, ein „Woo-Hoo" und die gesamten 90er in unter zwei Minuten

Die lautesten zwei Minuten des Britpop — und deine Finger müssen kaum etwas tun.

Blurs „Song 2" besteht, nach meiner sorgfältigen Zählung, aus genau zwei echten Wörtern: „Woo" und „Hoo". Der Rest ist Verzerrung, Adrenalin und eine Basslinie, die klingt wie eine Wespe, die sich in einem Verstärker verirrt hat. Und trotzdem ist es einer der wiedererkennbarsten Gitarrenmomente des ganzen Jahrzehnts — der Beweis, dass man kein Musiktheorie-Diplom braucht, um etwas zu schreiben, zu dem der halbe Planet dreißig Jahre später noch Luftgitarre spielt.

Dieser 30-Sekunden-Clip ist meine Version dieses Riffs (abgelegt unter „Conquer Or Die", weil Namen finden schwer ist): Die Strophe köchelt, der Refrain explodiert in hingerotzte Powerchords, und deine rechte Hand erledigt die ganze Gefühlsarbeit. Wenn du bis zwei zählen kannst und ein Verzerrer-Pedal besitzt — Glückwunsch, du bist quasi schon bei Blur.

Wie das Song-2-Riff wirklich funktioniert

Unter dem ganzen Dreck ist es herrlich simpel: Ein Powerchord ist nur ein Grundton plus seine Quinte — zwei oder drei Finger, kein Dur, kein Moll, keine Meinung zu deinen Gefühlen. Die berühmte „Wall of Sound" kommt nicht von einem komplizierten Griff, sondern von ordentlich Verzerrung plus sturen Abschlägen. Den eigentlichen Trick haben Blur bei den Pixies und Nirvana geklaut: die Laut-leise-laut-Dynamik. Lass die Strophe sich zurücklehnen und grummeln, und hau dann in den Refrain, als würdest du eine alte Rechnung begleichen.

Konkret zum Mitnehmen: Spiel das Ganze mit Abschlägen, damit der Anschlag gleichmäßig und unerbittlich bleibt, und dämpfe den leiseren Teil per Palm Mute, damit der Refrain irgendwo hin explodieren kann. Der Kontrast macht die Arbeit — ein Refrain ist nur „laut", wenn davor etwas leise war. Wenn dir saubere Griffe noch Ärger machen, wärm dich erst mit dem Anwenden von Powerchords auf und leg dann los.

Kleine Warnung: Sobald dieses Riff in deinen Fingern sitzt, spielst du es jedes Mal, wenn du im Laden eine Gitarre in die Hand nimmst — und das Personal weiß ganz genau, was du da tust. Wenn du das Guitar-Pro-File und das PDF fürs Timing willst, liegen die auf Patreon — woo-hoo.