Manche Licks wollen glänzen. Dieses hier lehnt sich lässig an den Türrahmen, zündet sich eine Zigarette an, die es nie wirklich rauchen wird, und wartet, bis du es bemerkst. Black Velvet ist im Grunde das Geräusch einer hochgezogenen Augenbraue — und in den Intro-Licks steckt diese ganze rauchige Attitüde, noch bevor Alannah Myles auch nur den Mund aufmacht.
Dieser Clip ist Lick #30: die Intro-Licks zu Black Velvet von Alannah Myles auf der Gitarre. Kurz, bluesig und — kleiner Trost für alle, die sich schon innerlich wappnen — es bleibt fast komplett in der E-Moll-Pentatonik-Box, die du eh schon halb kennst. Kein Geshredde. Nur Geschmack, Timing und ein paar Bendings, die es überhaupt nicht eilig haben.
Wie diese Black-Velvet-Intro-Licks funktionieren
Das Ganze lebt in der E-Moll-Pentatonik, und der Zauber liegt nicht darin, welche Töne du spielst, sondern wie spät du sie spielst. Bleib auf den tiefen, dunklen Tönen sitzen, lass ein Bending eine Winzigkeit nach dem Schlag ankommen und gönn jeder Phrase etwas Luft zum Atmen. Genau dieses faule, hinter dem Beat schleichende Gefühl macht aus einer trockenen Tonleiter etwas Schwüles. Falls die Pentatonik-Box bei dir noch verschwommen ist, zeigt dir mein Pentatonik-Leitfaden genau, wo diese Finger wohnen.
Der konkrete Tipp: Die Bendings müssen sitzen. In einem langsamen, bluesigen Lick verrät sich ein Bending, das zu tief oder zu hoch landet, sofort — zieh also langsam auf die Zieltonhöhe und gleiche sie mit dem Ton ab, den du jagst. Vibrato erst, wenn du angekommen bist. Behandle deine Finger wie eine Sängerin, die sich in den Ton hineingleiten lässt — und wenn du diesen ganzen weinenden Saiten-Klang willst, steckt dieselbe Idee auch in diesen expressiven Bendings.
Spiel es zu schnell, und aus Black Velvet wird beiger Cord — also runter mit dem Tempo, geheimnisvoll gucken und fünf Töne das Flirten übernehmen lassen. Du willst die Guitar-Pro-Datei und das PDF dazu? Liegt für dich bereit auf Patreon.