Es gibt Gitarrenstücke, die nach Gefühlen benannt sind, und dann gibt es Yngwie Malmsteen, der eines "Arpeggios from Hell" nennt, was weniger ein Titel als ein rechtsverbindlicher Warnhinweis ist. Spiel es einmal, und du verstehst: Die Hölle, um die es geht, ist deine eigene Anschlagshand, die im Stillen den Antrag stellt, jemandes andere Anschlagshand zu werden.
Dieser kleine Clip ist ein Vorgeschmack auf diese berüchtigte neoklassische Shred-Übung: kaskadierende A-Moll-Arpeggien, über die Saiten gesweept, und zwar in einem Tempo, bei dem "sauber" eher ein spirituelles als ein technisches Ziel wird. Er ist kurz, er ist glühend heiß, und er hat ungefähr jeden lebenden Gitarristen davon überzeugt, dass er mehr Sweep Picking üben muss.
Wie das Sweep Picking bei Arpeggios From Hell funktioniert
Unter dem ganzen Feuerwerk ist der Trick trügerisch einfach: Sweep Picking ist Ökonomie der Bewegung. Statt jeden Ton mit Wechselschlag anzureißen, lässt du das Plektrum in einer durchgehenden Bewegung durch die Saiten fallen — ein Abschlag, der für den Weg nach oben über fünf Saiten rollt, ein Aufschlag, der für den Weg nach unten zurückrollt. Die Anschlagshand arbeitet kaum. Die eigentliche Arbeit macht deine Greifhand, die jeden Finger genau in dem Moment abheben muss, in dem der nächste Ton klingt, damit fünf klingende Töne nie zu einem hässlichen Akkord verschwimmen. Dieses rollende Loslassen ist das ganze Geheimnis; überlappen sich deine Töne, hast du ein geschrammeltes Arpeggio gespielt, kein gesweeptes.
Konkreter Tipp: Vergiss das Tempo komplett. Nimm eine einzige fünfsaitige A-Moll-Arpeggio-Form, spiel sie so langsam, dass du jeden Ton tatsächlich verklingen hörst, bevor der nächste einsetzt, und synchronisiere den Sweep des Plektrums mit dem Rollen der Greifhand. Krieg das bei 60 bpm sauber hin, und die Geschwindigkeit kommt von allein — genau darauf bauen die Grundlagen des Sweep Picking. Yngwie hat nicht schnell angefangen; er hat sauber angefangen und dann die Pausen entfernt.
Wirst du es beim ersten Versuch treffen? Absolut nicht, ich auch nicht, und genau deshalb liegen die langsame Tabulatur und das Guitar-Pro-File auf meinem Patreon — die Hölle ist optional, ein Metronom nicht.