Manche Riffs bitten dich, sie zu spielen. Das „Nemesis"-Riff von Arch Enemy packt dich am Kragen, brüllt „WE WILL LIVE FOREVER" in Angela Gossows Stimme und fordert dann deine rechte Hand zum Duell. Spoiler: Deine rechte Hand ist ein Feigling und braucht ein ernstes Wörtchen.
In diesem kurzen Clip spiele ich genau diesen schnellen, treibenden Shred-Teil aus Arch Enemys „Nemesis" — ein Melodic-Death-Metal-Riff, das einschlägt wie ein Lastwagen und einfach riesig Spaß macht. Wenn du schon nach dem Arch-Enemy-„Nemesis"-Gitarren-Tab gesucht hast und dich fragst, warum es fieser klingt, als die Noten vermuten lassen — das ist dein Part.
Wie das „Nemesis"-Shred-Riff wirklich funktioniert
Das Geheimnis liegt nicht in deiner Greifhand — es ist der Anschlag. Dieser Teil lebt in einem gnadenlosen Tempo (der Song läuft bei rund 195 BPM) und basiert auf unerbittlichem, absolut gleichmässigem Wechselschlag mit einem festen Palm Mute, das die tiefen Saiten verankert. Die Töne selbst sind reinster Melodic Death Metal: eine Moll-Linie, die sich auf die dunkleren Farben der Tonleiter stützt, um dringlich und aggressiv zu klingen statt hübsch. Kein Sweep Picking, kein Tapping — nur rohe, kontrollierte Ausdauer der Anschlagshand, ehrlich gesagt das unglamouröseste und nützlichste, was ein Metal-Gitarrist aufbauen kann.
Konkreter Tipp: Jag nicht der Aufnahme hinterher. Stell das Metronom auf etwas peinlich Langsames — 90 BPM — und spiel das Riff mit striktem Ab-Auf-Ab-Auf, während dein Handballen für ein sauberes Palm Mute auf dem Steg ruht. Erhöh das Tempo erst um 5 BPM, wenn du es dreimal sauber schaffst. Deine Anschlagshand baut Geschwindigkeit genau so auf wie eine Hornhaut: langweilig und mit der Zeit. Und wenn du die Theorie dahinter willst, warum diese Töne so giftig klingen — das ist grösstenteils die Moll-Tonart, die die emotionale Schwerarbeit erledigt.
Faire Warnung: Am ersten Tag fühlt sich dein Unterarm an, als hättest du gegen Michael Amott armgedrückt und verloren. Am zweiten Tag hast du zweimal verloren. Und dann klickt es eines Morgens einfach und du bist der Bösewicht deines eigenen Übungsraums. Den kompletten Tab, die GuitarPro-Datei und mein Slow-Motion-Breakdown gibt's bei mir auf Patreon.